knotenlehre

Der Gordische Knoten und die Rolle Alexander des Großen.


Gordischer Knoten. Geschichte, Worterklärung, Bedeutung, Sinnbilder und Sprichwörter zu diesem Thema.


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Was hat ein gordischer Knoten, mit einem Knoten zu tun, der mir gerade geplatzt ist? Sie haben wohl nur eines gemeinsam: Das Wort selbst. Denn wenn bei Ihnen hier auf dem Knotenlexikon ein Knoten platzt, dann haben wir wohl alles richtig gemacht. ;-) Ein gordischer Knoten ist bekanntlich ein weit schwierigeres Objekt. Um ihn zu entwirren, bedurfte es Alexander des Großen, der mit einer genialen Idee und nur einem einzigen Schwerthieb die Angelegenheit löste. Diese einfache Methode, musste vor allem den berühmten Phrygien König Gordios überrascht haben, der wohl davon überzeugt war, meine Verknotung entknotet niemand. So beweist uns die Geschichte einmal mehr, persönliche Einstellungen und Überzeugungen, schützen uns nicht vor „bösen“ Überraschungen. Heute steht ein gordischer Knoten sprichwörtlich für eine sehr schwierige Situation oder einen verfahrenen Konflikt bzw. für ein verknäultes Seil.

Es gibt unterschiedliche Versionen darüber, warum besagter gordischer Knoten in der Antike (die Zeit etwa 1200 Jahre vor Christus bis ca. 600 Jahre nach Christus) als unauflösbar galt. Zwei Knotenwissenschaftler aus Polen und der Schweiz sind fest davon überzeugt, das jener gordischer Knoten auch deshalb unauflösbar war, weil man das Seil vor der Entstehung des Knotens in eine Flüssigkeit getaucht hat und nach dem verknoten der Deichsel mit dem Joch, sehr schnell in der Sonne trocknen ließ. So quoll das Seil an verschiedenen Stellen in dem Knoten auf und veränderte seine Stärke. Mit einem Computerprogramm reproduzierten Sie eine unauflösbare Verknotung, die wohl ein gordischer Knoten ist bzw. dem uralten Original sehr ähnelt und ihm nahe kommen soll.

Eine Sage über Gordius erzählt, wie Gordius überhaupt erst König über Phrygien geworden ist. Kleinasien, in dem sich auch das Land Phrygien befand und wo einige Völker von den Griechen abstammen sollen, hatte nach der Tradition der Griechen keine eigene Regierungsform, was zu Anarchie und Unruhen in dem Land führte. Die Phrygier sollen angeblich ein Orakel befragt haben, wie sie der Anarchie und die zunehmenden Unruhen in Ihrem Land ein Ende setzen könnten. Und das Orakel antwortete darauf: „Wählt einen König.“ Als das Orakel ein zweites mal befragt wurde, wo Sie denn Ihren König finden würden, antwortete das Orakel: „Wählt den Mann zum König, der Euch zuerst auf Eurem Weg nach dem Tempel Jupiters auf einem Wagen begegnet.“ Und dieser Mann war Gordius, ein Bauer auf einem Ochsenwagen. Und zum Andenken an diese Begebenheit, weihte er seinen Karren dem Gott Jupiter. Andere wiederum behaupten es wäre der Gott Zeus gewesen. Daran sieht man einmal mehr, wie viele schon immer Gott sein wollten und man(n) deshalb so schnell den Überblick verliert ;-) Der Knoten, womit das Joch an die Deichsel gebunden war, wird als gordischer Knoten bezeichnet, der nach dem Orakelspruch demjenigen, der ihn entwirren könnte, das Reich von Asien versprach. Fast 1000 Jahre lang, versuchten viele kluge Köpfe, den verhexten Knoten des König Gordios zu entfesseln (daher stammt auch sein Name „Gordischer Knoten“), bis Alexander dem Großen dieses Kunststück gelang. Auch hier streiten sich die Geister, ob Alexander der Große in seiner Rolle ca. um 333 vor Christus ihn mit einem einzigen Schwerthieb durchtrennte oder doch vielleicht nur durch schlaues überlegen dadurch auflöste, indem er einfach den Deichselnagel herauszog. So genau weiß das niemand mehr von der Sage zu sagen. ;-)

Das Land Phrygien (aus dem Griechischen entlehnter Name) ist die antike Bezeichnung einer Region im westlichen Zentral Kleinasien in der heutigen Türkei. Sie grenzte im Osten an Kappadokien, im Süden an Pisidien und Lykaonien, im Westen an Lydien, im Nordwesten und Norden an Bithynien und Paphlagonien. Die bedeutendste Stadt Phrygiens war Gordion, das am heutigen Sakarya, dem antiken Sangarios, liegt. Der Name der Hauptstadt Gordion stammte von dem Namen des mächtigen antiken Königs Gordius ab.

Sprichwörter zum Thema „Gordischer Knoten“


Auch der berühmte Knoten im „Ohr“ findet derweilen seine Anhänger, ist aber in der Praxis nicht wirklich zu sehen. Ein gordischer Knoten in der Zunge, macht sich nicht gut beim sprechen ;-)

Verwendete Quellen:

:
„Gordischer Knoten rekonstruiert. Artikel auf www.wissenschaft.de“

„Geschichte der älteren und neueren Zeiten, Band 1 auf Google Books.“

„Universal-Mythologie: oder vollständige Götter- und Fabellehre aller Völker ...“


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